
Defender of the Crown


Das Spiel

Bei diesem Spiel befindet man sich im mittelalterlichen England, wo sechs Edelleute nach dem Tode des Knigs um die Krone kmpfen. Das Land chzt unter der Kriegslast. Der Spieler greift in den Kampf zwischen Normannen und Sachsen ein und versucht, die Kontrolle ber das Land zu gewinnen und so das Knigreich wieder zu einen.

Zu Beginn kann man unter vier Charakteren whlen. Die Wahl bestimmt die Schwierigkeit des Spiels, da jede Person ihre Vor- und Nachteile hat.

 

Als ich, der tapfere Geoffrey Longsword, nach langer Reise durch ferne Lnder nach England zurckkehrte, um meinem geliebten Knig von meinen Taten zu berichten, mute ich mit Bestrzung erfahren, welch verheerende Entwicklungen in meiner Heimat stattgefunden hatten.

Die Straen waren nicht mehr sicher, berall trieben sich Ruber und Normannen herum, die harmlose Reisende ausraubten und tteten. Hastig begab ich mich mit meinen zwanzig Mannen zum Sherwood Forest, um mir von meinem alten Freund, Robin of Locksley, Hilfe und Rat zu holen. Dieser erzhlte mir, da kurz nach meiner Abreise der Knig einem heimtckischen Mordanschlag zum Opfer fiel!

Die heilige Krone war danach spurlos verschwunden, und das Land strzte in ein Chaos voll Blut und Schrecken, als die Normannen damit begannen, die Macht im ehemals so friedlichen Knigreich an sich zu reien. Es seien schlimme Zeiten angebrochen, berichtete Robin bedrckt. Es gab nicht mehr viele, die es wagten, offenen Widerstand zu leisten. Nur die beiden Edelleute Wilfred of Ivanhoe und Wolfric the Wild schickten ihre Heere immer wieder in den Kampf gegen den Feind, der mittlerweile unbezwingbar schien. Zornentbrannt ob dieser Geschehnisse beschlo ich, mit meinen tapferen Soldaten einzuschreiten und England im Kampf gegen die Unterdrcker beizustehen. Robin sicherte mir seine Hilfe zu, und ich ritt voll mit grimmigen Gedanken zu meiner Burg in Clwyd. Dort angelangt, boten mir vier Soldaten und ein Ritter gegen einen angemessenen Sold ihre Dienste an, die ich sofort in meine kleine Armee aufnahm. 

Entschlossen ritten wir alsbald nach Leicester, wo wir auf eine Gruppe von fnf Kmpfern stieen, die sich uns freudig anschlossen. Wir machten uns dann auf nach Gwynedd, wo vier stmmige Bauersburschen ihre Ackerwerkzeuge fallen lieen und gegen Schwerter eintauschten. Just wollten wir uns wieder auf den Heimweg machen, als wir pltzlich nahe eines Waldes heimtckisch von den Gefolgsleuten Phillip Malvoisins angegriffen wurden. Dank unseres Ritters siegten wir berlegen, verloren aber drei unserer tapferen Soldaten. Noch vom Kampfesrausch besessen, begaben wir uns nach Clamorgan, welches uns widerstandslos in die Hnde fiel. Glorreich zogen wir in unsere Burg zurck und nahmen dort weitere 23 Soldaten in unser Heer auf. Mit diesen ritten wir dann nach Gloucester, wo wir abermals von Phillip Malvoisins Schergen attackiert wurden. Wir gewannen den Kampf dank unserer eindeutigen berlegenheit an Mnnern, wurden aber auf dem Rckweg von seiner Reserve ein zweites Mal berrascht! In dem Gefecht verloren wir zwar viele unserer Leute, aber wir konnten ihm wohl einen Denkzettel verpassen, den er so schnell nicht mehr vergessen sollte! Kaum waren wir wieder auf der Burg, um unsere Verletzten zu verpflegen, erreichte uns auch schon die Kunde, da die Armeen von Brian de Bois Guilbert langsam aber stetig das gesamte Gebiet um Cornwall herum erobert hatten.

Weiterhin war Wolfric the Wild auf seinem Heimatschlo in Cumbria von Edmund the Grim berfallen und nach langer Belagerung gettet worden! Wir schworen Rache fr unseren Freund und rsteten uns fr den Marsch nach Cumbria. Unterwegs kamen wir durch Lancashire, welches wir nach einem weiteren blutigen Gemetzel, welches auf beiden Seiten groe Opfer kostete, in unser Reich eingliederten.

Wir erreichten siegesgewi Yorkshire, wo wir auf den verhaten Edmund the Grim stieen. Schreck durchfuhr unsere Glieder, als wir sahen, welch eine gewaltige Streitmacht dieser inzwischen aufgebaut hatte! Seine siebzehn Ritter dezimierten unaufhrlich unsere Reihen, bevor sie von uns gestoppt werden konnten. Nach dieser Schlacht waren von unserer einstmals so blhenden Armee nur mehr kmmerliche Reste brig. Mit gebhrender Vorsicht schlichen wir nach Clwyd zurck, um uns von dieser vernichtenden Niederlage zu erholen. Ich sann auf Rache fr die erlittene Schmach und beschlo, unsere Schatzkammer durch einen wohldurchdachten Raubzug gegen Brian de Bois Guilbert ein wenig aufzufllen ...

Ich nahm mir also zwei meiner besten Leute und begab mich bei Nacht und Nebel zur Burg des verhaten Emporkmmlings. Nach einem harten Kampf mit den Schergen des Burgherren, den ich dank meines jahrelangen Trainings berlegen gewann, durchsuchte ich die Rume und fand dort eine Kiste voll mit Gold und Edelsteinen. Mit dieser Beute machte ich mich auf den Heimweg und erreichte sicher mein Domizil, wo ich das Gold alsbald in Soldaten und Ritter 
umsetzte.

Unverhofft erreichte mich eine Botschaft Wilfried of Ivanhoes, der mir berichtete, da die Normannen seine Tochter geraubt htten, um von ihm die bergabe Nottinghams zu erzwingen. Er versprach mir die Hand der lieblichen Rosalind und ein groes Stck Land, wenn ich ihm seine Tochter retten wrde. So sagte ich heldenmtig zu und begab mich mit zwei erfahrenen Mitstreitern in die normannische Burg.

Nach einem kleinen Vorgeplnkel, welches kaum der Rede wert ist, besiegte ich die Wachen und gelangte schlielich in eine kleine Kammer. Diese schien zunchst leer zu sein, und ein Stich der Enttuschung durchfuhr mein Herz. Ich wollte mich gerade wieder zum Gehen wenden, da trat SIE aus einer dunklen Nische hervor: Rosalind, meine schon seit langem aus tiefstem Herzen Angebetete! Sie hatte sich dort versteckt gehalten, weil sie anfangs nicht wute, ob ich auch ein Normanne war und vielleicht nur gekommen sei, um sie zu schnden. Unter Trnen fiel sie mir in die Arme und schenkte mir in dieser Nacht ihre ganze Liebe. Wir ritten zurck nach Nottingham, und Wilfred hielt Wort. Er vermhlte mich mit der geliebten Rosalind und machte mir Lincolnshire zum Geschenk.

Ein paar Wochen spter wurde er von den Normannen grausam umgebracht, und tiefe Trauer um diesen guten Freund erfllte unser aller Herz. Die nchsten Monate verbrachte ich damit, die um meine Burg herumliegenden Lndereien wieder in meinen Besitz zu bringen. Alsbald war meine Streitmacht wieder zu einem ernstzunehmenden Gegner geworden, und die Kunde von meinem unerbittlichen Kampfstil machte die Runde im Reich. Nachdem ich im Handstreich Buckingham, Norfolk und Cumbria genommen hatte, machten wir uns an die Belagerung von Nottingham, welches nun von Reginald Front de Boeuf, dem feigen Mrder von Wilfred of Ivanhoe, mit Beschlag belegt wurde. Die Katapulte schmetterten ihre todbringende Ladung gegen die Burgmauern! Es regnete Pech und Schwefel auf meine tapferen Mannen, als sie sich mit geradezu todesverachtendem Gebrll und Kampfeseifer anschickten, auch diese Bastion der verhaten Normannen dem Erdboden gleichzumachen. Wenige Tage spter war auch dieser Teil des Landes unter meiner Obhut und der heimtckische Mord an meinem Kampfgefhrten Wilfried of Ivanhoe bitter gercht.

Kaum waren wir wieder auf unserer Burg und feierten ausgelassen unsere Siege, als uns ein Bote die Nachricht des letzten berlebenden Normannen mit der Forderung zu einem Turnier berreichte. Ich begab mich also mit meinen Leuten nach Ashby, dem heiligen Ort der Ehre und des Ruhms, um diesem aufgeblasenen Popanz zu zeigen, wie ein wahrer Mann die Lanze zu fhren wei!

Als mir dann zur Wahl gestellt wurde, entweder um Ehre oder um eine Parzelle Land zu streiten, fiel mir die Entscheidung auch ziemlich leicht. Wir kmpften also um Land, denn Ehre hatte ein Normanne bekanntlich ja keine! Der Marshall gab das Zeichen zum Start, und unsere Pferde galoppierten in wildem Spurt aufeinander zu! Ich hob meine Lanze und rammte sie dem elenden Wurm gekonnt in den aufgeschwemmten, feisten Krperteil, den er grospurig als kampfgesthlte Brust bezeichnete! Ich schwre, ich sah noch nie solch einen haerfllten Blick wie den, den Brian de Bois Guilbert mir in diesem Moment zuwarf, als ich ihn vom Pferd in den Dreck befrderte!

Verdienterweise wurde ich zum Sieger des Turniers erkoren und machte mich mitsamt meinen johlenden Mannen zufrieden und stolzerfllt wieder auf den Heimweg. Der niedertrchtige Normanne jedoch schwor mir Rache fr diese Schmach. Schon zwei Monate spter hatte ich alle Regionen bis auf Cornwall befriedet und stand ihm auf dem Schlachtfeld gegenber. Ein heier Kampf entbrannte, doch gegen meine 250 Soldaten und 25 Ritter hatte er nicht den Hauch einer Chance. Dank der Hilfe Robins, den ich kurz vor der entscheidenden Schlacht im Sherwood Forest aufsuchte und um Beistand bat, waren die feindlichen Schergen des Brian de Bois Guilbert im Handumdrehen auf einen jmmerlichen Haufen winselnder Waschlappen dezimiert. Der verruchte Normannenfhrer selbst starb mit einem Fluch auf den Lippen, als ihn wenig spter mein Schwert, gefhrt vom Zorn des Gerechten, durchbohrte! Frenetischer Jubel durchzog nach diesem letzten, endgltigen Sieg ber die Normannen das ganze Land! Das Volk feierte mich als seinen Befreier und bat mich, die Wahl zum Knig anzunehmen!

Freudig stimmte ich zu, und als ich mich in der Kathedrale eingefunden hatte, um vom Bischof den Segen entgegenzunehmen, ging pltzlich ein lautes Raunen durch die Menge der Zuschauer. Robin of Locksley, der Rebell aus dem Sherwood Forest, durchschritt die Pforte und kam langsam auf mich zu, beide Hnde hinter dem Rcken versteckt. Er grinste verwegen und brachte die lange verschwundene Krone zum Vorschein! Er war der Dieb, der nach dem Tod des Knigs die Krone an sich gebracht und vor den Normannen versteckt hatte! Erfreut nahm ich sie entgegen, und der ordnungsgemen Krnung stand nun nichts mehr im Weg. Ich belohnte Robin und all meine tapferen Mitstreiter reich und regierte das Land weise und mit gtiger Hand, an der Seite meine geliebte Rosalind ...


(64'er-Longplay 4/1992; Autor: Steve Kups)
