Spielanleitung zu dem Spiel um die Krone
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Geschichtliche Einfhrung
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Das Heilige Rmische Reich Deutscher Nation Vor den Erklrungen zum eigentlichen Spielablauf wollen wir Ihnen hier noch kurz einen kleinen berblick ber den geschichtlichen Hintergrund des Spieles geben, der sicherlich zum besseren Verstndnis der einen oder anderen Spieloption beitragen drfte. Viele der hier geschilderten historischen Begebenheiten werden Sie dann im Spiel nachvollziehen knnen.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts unterschied sich Deutschland in seiner politischen Struktur sehr wesentlich von anderen europischen Staaten. Whrend England, Frankreich oder Schweden schon lngst Nationalstaaten waren, gliederte sich Deutschland noch immer in mehrere Kleinstaaten. Das hatte den Nachteil, da die Nationalstaaten als eine geschlossene Einheit ihre ganze Energie auf die Ausdehnung Ihrer Machtinteressen konzentrieren konnten, whrend man in Deutschland zuerst einmal versuchte, im eigenen Lande die Macht an sich zu reien. Formelles Oberhaupt Deutschlands war der Kaiser. Er herrschte ber das sogenannte Heilige Rmische Reich Deutscher Nation, womit ausgedrckt werden sollte, da der deutsche Kaiser legitimer Nachfolger der rmischen Caesaren war. Fehlende Mittel waren jedoch der Hauptgrund, weshalb es den wenigsten Kaisern gelang, ihre Interessen im ganzen Land durchzusetzen. So war beispielsweise Karl V. zweifellos ein starker Kaiser. Er war Knig von Spanien und hatte groe Besitzungen im neu entdeckten Amerika sowie in Italien. Sein Bruder war Ferdinand I., Knig von sterreich. Dennoch konnte er sich nicht gegen seine Widersacher im eigenen Reich durchsetzen. Die protestantischen Frsten verweigerten ihrem katholischen Kaiser die Gefolgschaft. Dieses Beispiel soll Ihnen verdeutlichen, da nach dem Kampf um die Kaiserwrde Kriege keinesfalls beendet waren, sondern sich die Kleinstaaten weiterhin in wechselnden Koalitionen bekmpften.
Wenn ein Kaiser starb wurde nicht automatisch sein Erbe gem Erbfolgerecht Nachfolger auf dem Kaiserthron. Vielmehr wurde aus den Reihen der sieben Kurfrsten ein neuer Kaiser gewhlt. Entscheidend dabei war, ber welche Hausmacht der jeweilige Bewerber verfgte, und wieviel Kapital, sprich Gold, er zu zahlen bereit war. Unter Hausmacht verstand man damals den Grundbesitz des Bewerbers. Kam der Bewerber zum Beispiel aus dem Hause Habsburg, so gehrten ihm groe Teile von Tirol und Bhmen, welche damals noch Teile von Deutsch- land waren. Dies waren gute Voraussetzungen, um den Titel "Kaiser des heiligen Rmischen Reiches Deutscher Nation" zu erlangen.
Auer Glaubenszugehrigkeit, politischen Grnden, der Stellung seines Landes im politischen Krftespiel sowie des Charakters - die Kurfrsten whlten lieber einen schwachen Kaiser, damit sie unabhngig blieben - war die Hhe des Bestechungsgeldes entscheidend. Da die meisten Frstenhuser sich jedoch in der Regel in groer Geldnot befanden, liehen sie sich das Geld von reichen Kaufleuten, wie zum Beispiel den Fuggern. Nachdem Sie dann Kaiser geworden waren, zahlten Sie dieses Geld mit hohen Zinsen aus der Staatskasse zurck. Das Bestechungsgeld war jedoch erst nach der Bewerbung um den Kaisertitel von Entscheidung. Zuvor muten meist ber Jahrzehnte oder Jahrhunderte grte Anstrengungen unternommen werden, um berhaupt erst einmal einen Anspruch auf den Kaisertitel zu erlangen. Mit welchen Mitteln dies geschah, schildern wir Ihnen im folgenden Kapitel.

I. Wege zur hchsten Macht
Die deutschen Knigreiche, Frsten- oder Herzogtmer hatten ihren Ursprung im Mittelalter.
Meist entstanden sie durch kleine Lehen oder Lndereien, die durch das Geschick des Landesherren entweder wuchsen oder untergingen. Die Erbfolge trat immer der lteste Sohn des Landesherrn an. War einmal kein mnnlicher Erbe vorhanden, bernahm meist ein verwandtes Geschlecht den Besitz und vergrerte damit den eigenen. Hufig wurde der Besitz auch durch Heirat vergrert, was auch heute noch durchaus blich sein soll. Dadurch konnte es mglich sein, da auch weit auseinander gelegene Lndereien in Personalunion vereint wurden. Ein typisches Beispiel fr diese Art von Landvermehrung war das Haus Habsburg. Auch das Haus Brandenburg dehnte sich anfangs durch die sogenannte Heiratspolitik sowie durch geschicktes Kaufen von Lndereien aus.
Anfang des 17. Jahrhunderts mute allerdings eine bittere Enttuschung hingenommen werden. Die Schweden baten damals den preuischen Herrscher darum, mit einem Heer durch Preuen ziehen zu drfen. Da Preuen zu dieser Zeit ber keine besonders groe Streitmacht verfgte, mute es den Schweden gegenber klein beigeben und stimmte dem Vorhaben zu. Das schwedische Herr verwstete das kleine Land jedoch furchtbar.
Damit Preuen nicht ewig klein beigeben mute, baute der damalige Herrscher, Friedrich Wilhelm I., das anfangs kleine Heer trotz der geringen Bevlkerungszahl Preuens auf eine beachtliche Strke aus. Er hinterlie seinem Nachfolger Friedrich II. ein 83.000 Mann starkes stehendes Heer. Dieser setzte das Heer ein, um die weit verstreuten Gebiete Preuens wieder zu vereinigen. Friedrich II. versuchte dabei unter anderem, den sterreichern Teile von Schlesien zu entreien und lste damit eine Folge von frchterlichen Kriegen aus. Diese Kriege wurden die "Schlesischen Kriege" genannt. Der dritte schlesische Krieg wurde auch unter dem Namen "Siebenjhriger Krieg" bekannt. Auf einmal sah sich Preuen einer Koalition seiner vier auerdeutschen Nachbarn gegenber: sterreich, Ruland, Frankreich und Schweden. Da Preuen nur durch finanzielle Hilfe von den Englndern untersttzt wurde, drohte es mit fliegenden Fahnen unterzugehen. Doch wie durch ein Wunder endete der Krieg im siebenten Jahr, weil die russische Zarin Katharina II. starb, und ihr Sohn Peter III. den preuischen Herrscher Friedrich II. verehrte. Aus diesem Grund schied er aus der Allianz der vier Staaten aus, wodurch sich fr die anderen Staaten keine Mglichkeit mehr ergab, um die schlesischen Gebiete zurckzuerobern. In den folgenden Jahren baute Preuen dann seine wirtschaftliche Macht kontinuierlich aus. Die  einzelnen Stationen waren:
1815 - Anschlu des Ruhrgebietes
1866 - Sieg ber sterreich und damit Vorherrschaft in Deutschland
1871 - Sieg ber Frankreich und Krnung des preuischen Knigs Wilhelm I. zum deutschen Kaiser. 
Dies wurde mglich durch ein stndig grer werdendes Gebiet, durch eine florierende Wirtschaft und dem strksten Heer in Europa. Am Beispiel Preuens wird deutlich, da man durch einen ausschlielich friedlichen Aufbau eines Landes kaum die Macht bekam, um sich um die Kaiserwrde zu bewerben. Anfnglich besaen auch andere Lnder auer Preuen die gleiche wirtschaftliche Macht, jedoch wurde vergessen ein ausreichend starkes Heer aufzubauen. Aus diesem Grund war es fr ein militrisch starkes Land wie Preuen keine Schwierigkeit, diese Lnder zu erobern. Einzig und allein Bayern konnte in dieser Zeit den Preuen standhalten.
Groe Lndereien mit reicher Landwirtschaft und florierender Wirtschaft wurden mangels einer starken Armee von Lnder wie Preuen im Handstreich genommen und strkten so die Vorherrschaft dieses Landes noch mehr. Dies konnte jedoch nur aus militrischer und wirtschaftlicher Macht resultieren. Vernachlssigte man eine dieser Komponenten, so mute man scheitern. Nur die Herrscher, die dies akzeptierten und eine starke Armee aufbauten, hatten die groe Chance, die Kaiserwrde zu erlangen. Dies war zumindest der Verlauf der Geschichte. 

II. Der Einsatz wirtschaftlicher und militrischer Macht
Deutsche Kaiser regierten von 962 bis 1806 und von 1871 bis 1918. Whrend bei den letzten drei Kaisern vor allem die wirtschaftliche Macht im Vordergrund stand, bevorzugten die deutschen Kaiser, die bis 1806 regierten, eher den Grundbesitz als Sockel ihrer Macht. Die Landwirtschaft mute so verwaltet werden, da jeder Einwohner genug Nahrung hatte.
Ein weiterer Punkt waren die Abgaben, welche die Bauern zu leisten hatten. Ging es den Bauern gut, war auch die Staatskasse gefllt. Ab dem Ende des Mittelalters favorisierte man jedoch in zunehmenden Mae den Handel, da der Zoll sowie die Steuern unentbehrlich fr die meist leeren Staatskassen waren. Aus diesem Grunde begnstigten die meisten Adligen den Handel durch die Einrichtung von Mrkten. Mit den Staatseinnahmen wurde der Hof finanziert sowie die Schulden bezahlt. Der grte Teil jedoch wurde auf das Militr verwendet. Reiche Gebiete, die im Grenzgebiet lagen, wie zum Beispiel Piemont, Venedig oder der Elsa, waren damals hei begehrte Gebiete, die schon seit Jahrhunderten umkmpft wurden. Wie schon erwhnt, waren Reichtum und groer Landbesitz wesentliche Voraussetzungen, um die Kaiserwrde zu erringen. Fr Lnder mit starken Armeen war es ein leichtes ertragreiches Gebiete, wie die soeben erwhnten, zu erobern und zu verteidigen.
Drei Waffengattungen standen damals dem Feldherrn zur Verfgung: Infantrie, Artillerie und Kavallerie. Die Artillerie war in der Schlacht meist das zerstrende Element, die Kavallerie das bewegliche Element, wogegen die Infanterie sowohl zerstrend als auch beweglich war. Die Bewaffnung der Infantrie bestand aus Vorderladergewehren mit Bajonett. Die Kavallerie kmpfte mit Sbeln und Vorderladerpistolen. Die Artillerie letztendlich verwendete Vorderladergeschtze mit glatt gezogenem Lauf, die sowohl Volleisenkugeln, als auch Karttschen verschossen.
Das Hauptziel einer jeden angreifenden Macht war es, die Armee des Gegners zu stellen und vernichtend zu schlagen. Dies bedeutete nicht unbedingt die Truppen weitrumig verteilt an der gegnerischen Grenze aufzubauen, um dann mit einem Feldzug die feindliche Hauptstadt zu erreichen, sondern die Truppen konzentriert einzusetzen. Ein militrisch berlegener Feldherr versuchte seinen Widersacher zu stellen und zu schlagen. Der militrisch Unterlegene hingegen zog sich zunchst zurck, zumindestens solange wie keine unmittelbare Gefahr fr die Hauptstadt drohte.
Bedrohte der militrisch berlegene Feldherr jedoch eine wichtige Provinz oder gar die Hauptstadt, so war die Zeit gekommen, sich zur Wehr zu setzen. Der Verteidiger hatte dann aber, trotz seiner schwcheren Armee, zumeist den Vorteil, das Schlachtfeld zu bestimmen. So konnte er zum Beispiel geographische Begebenheiten ausnutzen, um dem Angreifer das Vorankommen zu erschweren. Verbunden mit dem ntigen Schlachtenglck konnten diese Umstnde dann durchaus dazu fhren, da eine scheinbar berlegene Armee als Verlierer aus der Schlacht hervorging.
Die Taktik in der Schlacht war sehr entscheidend fr den Ausgang. Ein guter Feldherr konnte die geographischen Vorausbestimmungen umgehen, indem er seine Waffengattungen und Truppen dem Gelnde anpate. War die Schlacht entschieden, zog sich die geschlagene Truppe ungeordnet zurck. Dies war fr den Sieger die Chance, den Sieg vollkommen zu machen, indem er die fliehenden Truppen verfolgte, um sie endgltig zu vernichten.

III. Politische Konsequenzen
Nach einer Entscheidungsschlacht betraten meist die Diplomaten das Parkett, um einen Frieden auszuhandeln. Dies bedeutete zumeist, da der Unterlegene den Forderungen des Siegers nachgeben mute. Die Forderungen waren sehr unterschiedlicher Natur. So konnten geographische Zugestndnisse in Form von Gebietsabtretungen verlangt werden. Ebenso ge- lufig waren politische und militrische Zugestndnisse. Folgen hiervon waren die Aufgabe des politischen Einflusses in einem bestimmten Gebiet, das Schleifen von Festungen, oder das Nichtbefahren von Meeresgebieten.

An dieser Stelle wollen wir unseren geschichtlichen berblick beenden, und das Schicksal eines Landes in Ihre Hnde legen. Bestimmen Sie, auf welche Art und Weise Sie Ihr Land aufbauen, und inwieweit Sie sich eine Armee unterhalten. Mglicherweise lt sich sogar der Krieg mit seinen unschnen Folgen gnzlich vermeiden?. Genauso knnen Sie natrlich auch versuchen, die Geschichte nachzuvollziehen, wie beispielsweise den Aufbau des preuischen Reiches.
Egal wie auch immer Sie spielen, bedenken Sie, da ab jetzt das Wohl Ihres Volkes in Ihren Hnden liegt. Ihr Erfolg ist natrlich auch mageblich von Ihren "Mitstreitern", sprich Regenten der anderen Lnder, abhngig. Bringt diplomatisches Feingespr Sie zum Ziel oder vielleicht doch die strkste Armee?
KAISER erlaubt Ihnen unzhlige unterschiedliche Wege zu beschreiten. Wir haben versucht, auf das Geschehen so wenig wie mglich Einflu zu nehmen, so da wirklich SIE und Ihre Mitspieler den Spielablauf bestimmen und nicht der Computer.
